Hauszeitschrift
Lebensbilder FKH Teil 3
20. Dezember 2024
(„Lila Brille und Reiseträume“ – Auszug aus der Biografie von Anja Kreischer)
Ich heiße Anja Kreischer und komme vom Niederrhein. Geboren und aufgewachsen bin ich 1969 in Korschenbroich, das liegt zwischen Neuss und Mönchengladbach. Nach meiner Geburt stellte sich heraus, dass ich eine Querschnittslähmung, einen offenen Rücken und einen damit sehr oft verbundenen „Wasserkopf“ (Hydrozephalus) hatte. Die Ärzte gaben mir nur eine extrem geringe Lebenserwartung. Unzählige Operationen an Füßen und Hüften folgten, unzählige Ärzte in Deutschland und sogar in der Schweiz wurden aufgesucht.
Für meine Mutter war das bestimmt ein harter Schlag, denn ich war ihr erstes Kind. Nachher folgten aber auch noch Geschwister, allerdings erst 5,12 bzw. 14 Jahre später. Meine Kindergartenzeit habe ich zuerst in einem speziellen Behinderten-Kindergarten in Mönchengladbach verbracht, danach war ich in einem heilpädagogischen Kindergarten in Neuss. Ich kann mich noch gut an die nette Kindergärtnerin Lisa und einen langhaarigen, männlichen Erzieher namens Traugott erinnern, was ja damals noch eine absolute Seltenheit war. Wir Mädchen haben den total angehimmelt, der war echt toll, ganz einfühlsam und spielte auch gerne mit Puppen mit uns.
Mein Vater, der schon länger nicht mehr lebt, hatte einen Obst- und Gemüsehandel, und weil er vor allem Gastronomen damit belieferte, war er sehr viel auf Achse. Die Hausarbeit war Sache meiner Mutter, die zum Glück auch heute noch lebt und zu meiner großen Freude mein ehemaliges Auto fährt. Ich sehe sie noch oft vor meinem geistigen Auge, mehr oder weniger den ganzen Tag in der Küche stehen, und wenn sie mal nicht in der Küche stand, hat sie sich anderweitig um die Familie gekümmert, zum Beispiel gewaschen, geputzt, mich gepflegt oder mir das Lesen beigebracht. Das konnte ich sogar schon vor der Schule. Meine Mutter ist übrigens weit über unsere Familie hinaus bekannt für ihre tollen Koch- und Backkünste.
Meine Mutter hat auch später immer sämtliche Kinder gerne um sich geschart, auch alle möglichen Feiern wurden bei uns im Partykeller abgehalten. Wir hatten sozusagen ein offenes Haus, in dem Nachbarskinder oder Freunde immer willkommen waren und keiner hungrig oder durstig bleiben musste. Meine Mutter hat oft gesagt: „Ist mir lieber, wenn ihr hier bei uns feiert, denn so kommt ihr nicht auf dumme Gedanken!“
Schon von früh an, bin ich als Kind mit allerlei Operationen und Behandlungsformen konfrontiert worden, die meine stark beeinträchtigte Beweglichkeit verbessern sollten. Unendlich viel Zeit habe ich zum Beispiel wie auf dem Foto rechts mit Strecktherapien oder auch an Gehapparaten mit Schienen verbracht. Zunehmend empfand ich das als reine Qual. Mit 13 oder 14 Jahren habe ich diese orthopädischen Hilfsmittel dann komplett abgelehnt und mich mehr oder weniger mit dem Rollstuhl abgefunden. Klar, für meine Wirbelsäule wäre es wahrscheinlich besser gewesen, wenn ich damit weiter gemacht hätte. Heute ist man natürlich schlauer … (…)
Später als junge Frau habe ich in einem Ferienclub für Behinderte in der Türkei sogar Parasailing gemacht, bin Mono-Wasserski gefahren und habe sogar die faszinierende Unterwasserwelt kennengelernt. Weil ich mit meinem offenen Rücken keine Sauerstoffflasche tragen konnte, sollte ich mich mit einem Bleigürtel beschwert unter Wasser am Tauchlehrer festhalten und mit einem zweiten Mundstück den Sauerstoff aus seiner Flasche inhalieren. Federleicht hat man sich da unten gefühlt. Ich kann mich noch lebhaft an Schwärme von kleinen Fischen in allen Farben und Formen erinnern, und schließlich hat man mir auch noch einen Seeigel und einen Seestern auf die Hand gelegt. (…)
1975 bin ich in Korschenbroich eingeschult worden. Ich weiß noch, dass meine Klassenlehrerin Frau Putscher hieß. Das war eine ebenso resolute wie gerechte Frau. Die konnte wirklich was und hat bei mir die Lust am Lernen geweckt. Hätte ich nur solche Lehrer gehabt, wäre ich wohl ohne Probleme später mit einem Abiturzeugnis statt mit Realschul-Abschluss von der Schule abgegangen. Meine erste Grundschulzeit fand ich noch richtig toll. Ich habe eifrig Glanzbilder gesammelt, gerne vorgelesen und wurde für meine schöne Schrift gelobt. Nach unserem Umzug 1977 wechselte ich dann auf eine andere Grundschule, und dort fand ich es bei weitem nicht mehr so prima. Ich weiß noch, wie ich mitten im Schuljahr nach den Weihnachtsferien als einzige Behinderte in eine neue Schule kam. Und Kinder können leider ganz schön grausam sein. (…)
Als Kind entwickelte ich eine blühende Fantasie und schrieb selber auch allerlei Kurzgeschichten, was vielleicht auch damit zu tun hatte, dass ich eine absolute Leseratte war. Zu allen Gelegenheiten ließ ich mir Bücher oder Kassetten bzw. Schallplatten mit Hörspielen schenken, besonders geliebt habe ich natürlich die Geschichten von Astrid Lindgren, aber auch die „Nesthäkchen-Reihe“ oder „Fünf Freunde“ wurden von mir in Rekordzeit verschlungen. Und nach den „Hanni & Nanni“-Büchern war ich sogar dermaßen verrückt, dass ich mir nichts Schöneres vorstellen konnte, als ähnlich wie diese beiden Zwillinge auch mal im Internat zu leben. Früher als erwartet wurde dieser Traum dann plötzlich Realität und ich merkte schnell, dass die Realität ganz anders aussah.
Nachdem ich für zwei Monate auf einem Gymnasium in Neuss war, beschlossen meine Eltern, mich in einem Internat in Neckargemünd bei Heidelberg anzumelden. Dieses Internat muss man sich als labyrinthartiges Gelände mit verschiedenen Schulzweigen, Berufsbildungswerk, hauseigener Klinik und Schüler-Wohnheimen vorstellen. Ich war als 10-Jährige in einem Vierbettzimmer mit 15- bis 16-jährigen Mädchen untergebracht. Irgendwie hatte ich damals das Gefühl, dass mich meine Eltern abgeschoben hatten.
Naja, auf diesem Riesengelände jedenfalls bin ich auf dem Weg vom Wohnheim zur Schule nach und nach immer mehr verloren gegangen. Nicht selten schwänzte ich den Unterricht, machte nur unregelmäßig Hausaufgaben, fing an mich mehr für Jungs und Zigaretten als für die Schule zu interessieren und habe dann mit Ach und Krach die Mittlere Reife statt – wie von den Eltern erhofft – das Abitur gemacht. Ein willkommener Kontrast zum Unterricht waren die hauseigenen Disco-Abende oder Konzerte, da konnte man seinen ganzen Frust mal einfach rauslassen und alles Drumherum vergessen …
Später bin ich auch mit dem Rollstuhlsportverein viel unterwegs gewesen und einmal gab’s auch die Gelegenheit, mit einer jugendlichen Pfadfindergruppe nach Griechenland in ein Zeltlager zu fahren. Zwischen den Pfadfindern – die ein paar Jahre jünger waren als ich damals etwa 20-Jährige – gab es auch zwei Rollifahrer und eine Spastikerin. Schon die zwei- bis dreitägige Anfahrt mit Reisebussen durch das seinerzeit noch bestehende Jugoslawien war ein Abenteuer. In Griechenland selber war es dann einfach herrlich, wir schliefen in 6- bis 8-Mann-Zelten auf unseren mitgebrachten Isomatten in Schlafsäcken. Damals konnte ich auch noch selber ohne Probleme aus dem Rolli klettern, wir waren jeden Tag am Strand. (…)
Zuerst sollte ich vielleicht noch erwähnen, dass ich über ein paar Umwege eine Lehre als Industriekauffrau gemacht habe und dann das große Glück hatte, von 1991 bis 1996 bei einer Reiseagentur in Meerbusch zu arbeiten, die auf Reisen für Behinderte spezialisiert war. In dem Zusammenhang durfte ich dann viele Reisen aus dem Angebot selber testen, bin viel rumgekommen und habe die dortigen Häuser ausgemessen bzw. ganz allgemein auf Behinderten-tauglichkeit geprüft. Seien es nun Reisen in Deutschland, Dänemark oder auch in Israel und öfter mal in der Türkei, wo es mir ganz besonders gut gefallen hat. Einerseits wegen der wunderbaren Küche, andererseits aber auch wegen der tollen Gastfreundschaft und den super Freizeitmöglichkeiten in der Ferien-anlage dort in Fethiye in der Süd-Ägäis.
Die Reise nach Kanada, auf die ich mich damals ganz besonders gefreut habe, verbinde ich heute mit gemischten Gefühlen. Von den drei Wochen Urlaub dort, habe ich leider nur eine sozusagen in freier Wildbahn erlebt, die restlichen zwei Wochen durfte ich mal wieder im Krankenhaus verbringen, weil ich mir meine Beine in einer Appartment-Anlage mit kochend heißem Wasser aus der Dusche verbrüht habe. Ich bekam eine Eigenhaut-Transplantation und war insgesamt sechs Monate schachmatt gesetzt, verbrachte nach dem Rückflug noch viel Zeit in verschiedenen Krankenhäusern in Deutschland, weil sich leider alles nochmal entzündet hat, wurde dann weiter zuhause von meiner Mutter gepflegt und habe noch heute mit den Folgen des Unfalls zu kämpfen.
Letztlich hat mich das dann wohl auch meine Stelle seinerzeit gekostet, denn während ich in Behandlung war, lief gerade die Fünfjahres-Förderung durch den Landschaftsverband aus und meine Chefin hat eine Kündigung beantragt. Aber dennoch möchte ich den Aufenthalt in Kanada nicht missen. Ich versuche generell, immer das Beste aus jeder Situation zu machen und kann heute sagen, dass ich nirgendwo seitdem ein so menschliches Krankenhaus wie dort in Campbell River in British Columbia erlebt habe. (…)
Wie schon gesagt, habe ich noch vier Geschwister, die alle jünger sind als ich. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, wie ich als Zwölfjährige damals die beiden Zwillinge Oliver und Michaela gewickelt habe und wie ich später mit ihnen gespielt, gebastelt und sie beim Schlafen beobachtet habe. Zwei Jahre später ist dann noch meine Schwester Nicole geboren worden. Nachher, als ich im zweiten Anlauf meinen Führerschein bestanden hatte und stolze Besitzerin eines Nissan Micra war, fuhr ich meine drei deutlich jüngeren Geschwister dann oft zu ihren jeweiligen Sportvereinen, sei es nun Schwimmen, Fechten oder Ballett, und holte sie dort nach dem Training auch wieder ab. Alle drei machten dann auch ihr Abitur und studierten verschiedene Fachbereiche. (…)
Weil der Pflegeaufwand für meine Mutter, die ja naturgemäß auch nicht jünger wurde, irgendwann nicht mehr zu stemmen war, haben wir uns im Kreis der Familie vor etwa zehn Jahren entschlossen, ein entsprechendes Heim für mich zu finden. Meine jüngste Schwester Nicole, die in Köln wohnte, wurde dabei irgendwie auf das Frida Kahlo Haus aufmerksam und hat uns allen einen Link geschickt. Wir fanden das Haus auch ansprechend, ließen uns eine Broschüre schicken und haben in der Folge einen Besichtigungstermin ausgemacht. In dem Zusammenhang ergab sich, dass ich zuerst mal auf eine Warteliste kam, von möglicherweise ein paar Jahren Wartezeit war die Rede, aber letztlich ging alles doch sehr viel schneller. Im Oktober 2015 hieß es plötzlich, dass kurzfristig ein Platz für November freigeworden sei. Für mich bedeutete das dann, innerhalb von wenigen Wochen mein bisheriges Leben in Kisten und Kartons zu packen und nur einen Bruchteil meiner Sachen mitzunehmen.
Nebenbei mussten noch unzählige Formalitäten beim Sozialamt, der Krankenkasse und dem damaligen Pflegedienst erledigt und allerlei mittlerweile Überflüssiges weggeschmissen werden. Mit Hilfe meines Bruders Oliver ging schließlich der Umzug über die Bühne, bei dem selbstverständlich auch Wehmut mitschwang. Ich weiß aber noch, wie mich die hübschen Möbel im Doppelzimmer etwas aufheitern konnten, vor allem das lila Bett hat voll meinen Geschmack getroffen. Nachdem meine Mutter die unpassende blauweiße Bettwäsche schließlich auch noch durch eigene Bettwäsche ausgetauscht hatte, war das schon die halbe Miete, um sich in Zukunft in der neuen Umgebung einigermaßen einzurichten.
Zwei, drei Jahre später ergab sich dann die Gelegenheit wie versprochen in ein Einzelzimmer umzuziehen, was sicher nochmal deutlich das positive Wohngefühl verstärkt hat. Trotz meiner komischen Eigenart, sämtliche Krankheiten zur sowieso schon angeborenen Behinderung wie ein Magnet anzuziehen, bin ich ein absoluter Genussmensch, wie man vielleicht auch ein bisschen an dem Foto sehen kann, dass bei einer Feier im FKH entstanden ist. Gegen gutes Essen und leckere Getränke hatte ich nie etwas einzuwenden, was ich aber überhaupt nicht mag, ist schnelles und achtloses Herunterschlingen. Stattdessen koste ich den Genuss lieber so lange wie möglich aus.
Und zum Glück darf ich auch trotz meines Stomas, mit dem ich seit 2011 wohl oder übel leben muss, so gut wie alles Mögliche essen und trinken. Da wird oft viel Quatsch behauptet, was man so alles angeblich nicht vertragen würde mit künstlichem Darmausgang, wie z. B. alles Faserige wie Ananas oder Spargel. Die tolle Facebook-Stoma-Gruppe mit dem schönen Namen „Die Beuteltiere“ hat mir da viele wertvolle Tipps gegeben und siehe da, wenn man die besonders faserigen Teile vom Spargel bei der Zubereitung weglässt oder sich auf eine Spargelcremesuppe mit den feinen Köpfchen beschränkt, dann geht auch das. Überhaupt war es ein absoluter Hauptgewinn, die „Beuteltiere“ kennengelernt zu haben, mit denen ich mich regelmäßig über Facebook austausche. Wahnsinn, was dort für ein wunderbarer Zusammenhalt herrscht!
Zu meinem 50. Geburtstag kamen sogar zwei wildfremde Menschen aus der Hamburger Ecke, um mir im Namen der „Beuteltiere“ einen Überraschungs-besuch abzustatten und mir mit einem riesigen Geschenke-Karton zu gratulieren, in dem unter anderem auch ein Geldgutschein gesteckt hat. Von dem Geld habe ich mir dann eine lila Brille gekauft und die Haare färben lassen. Man gönnt sich ja sonst nichts!
Leider sind viele von diesen lieben Menschen aus dem Facebook-Kreis inzwischen verstorben, sei es an Krebs oder sonstwas. Aber ich kann nur jedem empfehlen, der sich mit diesem Thema auseinandersetzen muss, bei dieser tollen Gruppe mitzumachen. Man erhält dort nicht nur eine Menge wertvoller Ratschläge, sondern auch ein herzerwärmendes Gemeinschaftsgefühl. Unser Wahlspruch heißt übrigens: „Lieber ’n Beutel am Bauch, als ’n Zettel am Zeh!“
Im Frida Kahlo Haus gab es verschiedene Foto-Projekte, bei denen man mit Hilfe von Fotos einen Traum darstellen sollte. Irgendwie war bei mir ganz klar, dass es was mit den Themen „Sommer“ und „Reisen“ zu tun haben sollte. Zu reisen war schon immer total mein Ding! Ich kann mich noch erinnern, wie ich als kleines Kind regelmäßig mit meinen Eltern nach Holland ans Ijsselmeer gefahren bin. Dort hatten wir sogar ein türkis-weißes Segelboot.
Auch Musikhören war schon immer eine große Leidenschaft von mir. Eine der größten Herausforderungen beim Umzug ins Frida Kahlo Haus bestand darin, meine riesige CD-Sammlung auf eine Kiste zu reduzieren. Außerdem musste ich mir erstmal angewöhnen, meine geliebte Musik aus Rücksicht auf meine Mitbewohnerin im Zimmer ausschließlich über Kopfhörer zu hören. Dabei singe ich doch für mein Leben gern, ganz egal, wie falsch es manchmal auch sein mag.
Bei einem Benefiz-Konzert der „Domstürmer“ hätte man mich übrigens auch bei dem einen oder anderen schiefen Ton erwischen können. Das Konzert hatte ich von Freunden geschenkt bekommen und eine Mitarbeiterin hier aus dem Haus war so nett, mich am 22. April 2023 nach Erftstadt mitzunehmen. Wir hatten einen Tisch direkt an der Bühne und erlebten ein megatolles Konzert. Der Sänger Micky Nauber kam sogar extra zu mir, um mit mir zusammen ein paar Textzeilen zu singen. Da habe ich natürlich mit vollem Einsatz eingestimmt … (…)
Musik gehört bei mir einfach zur Lebensqualität und das Gleiche gilt auch für den Karneval, wie man vielleicht am letzten Bild erkennen kann. Schon als Kinder haben wir begeistert den Veilchendienstagszug vom Wienerwald-Hotel in Mönchengladbach miterlebt, zu dem mein Vater gute geschäftliche Kontakte hatte. Ich weiß noch, wie ich mit meinen Geschwistern auf der Fensterbank gesessen und Kamellen gefangen habe. Heute scheinen sie ja leider den meisten Kindern relativ egal zu sein. Hier vom Haus aus gab es auch mal die Gelegenheit, den Kölner Rosenmontagszug direkt gegenüber von der Haupttribüne zu sehen.
Das war schon eine ganz besondere Erfahrung – überhaupt muss man sagen, dass mir der kölsche Karneval viel mehr zusagt als der Düsseldorfer, der doch für meinen Geschmack immer ein bisschen steif und nicht so lebendig wie in Köln wirkt. Neulich hat mich eine gute Freundin, die auch bei den „Beuteltieren“ aktiv ist, zu einer Karnevalssitzung am Neumarkt mitgenommen. Das war ein ganz tolles Geschenk! Überhaupt bin ich trotz meiner vielen Einschränkungen ein positiver Mensch, der sich schnell für was begeistern kann und versucht, das Leben zu genießen. Klar, auch ich habe meine Depri-Phasen und bekomme auch Medikamente dagegen, aber letztlich versuche ich doch das Beste aus meiner Situation zu machen und nicht den Kopf hängen zu lassen. Natürlich: in meinem Leben gab es viele krumme Wege und schlechte Erfahrungen, aber im Nachhinein haben selbst die schlechten Dinge oft auch etwas Gutes ergeben.
Der vollständige Beitrag – und noch weitere lesenswerte Biografien der Bewohnerinnen und Bewohner – im Band „Lebensbilder“ aus dem Frida Kahlo Haus. Das Buch ist – gegen eine Spende in beliebiger Höhe für eine Rollstuhl-Rikscha – erhältlich unter bzw. Tel. 0221-4985-220.