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Aus der Pflege

Delir-Projekt Teil 3 #2

06. April 2026

Demenzerkrankungen sind gesellschaftlich eine zunehmende Herausforderung. Auch deshalb ist das Clarenbachwerk aktuell Teil eines Forschungsprojekt mit der Uni Oldenburg zum Thema „Delir“, das auch bei Menschen mit Demenz eine wichtige Rolle spielt. Denn diese haben ein erhöhtes Risiko, ein Delir zu entwickeln – gleichzeitig ist die Erkennung bei ihnen besonders schwierig. Deshalb wird erforscht, wie sich zwei spezielle Einschätzungsinstrumente in Altenpflegeeinrichtungen bewähren, die bislang vor allem im Krankenhaus eingesetzt wurden.
Im dritten Teil unserer Delir-Schulung wurden die Erfassungsinstrumente in unserer Altenpflegeeinrichtungen bei 53 Bewohnerinnen und Bewohnern eingesetzt und geprüft (die Teilnahme war selbstverständlich freiwillig).
 
Jede beteiligte Person erhob die Daten unabhängig. Sobald sich ein Delirverdacht ergab, informierte sie umgehend die zuständige Pflegefachperson. Diese konnte dann z. B. behandelnde Ärzte informieren, um eine medizinische Abklärung und Versorgung sicherzustellen. Dadurch blieb sowohl die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Forschungsarbeit gewahrt als auch Wohl und Sicherheit der Teilnehmenden.
 
Datenerhebung und Zusammenarbeit haben die Mitarbeitenden mit Freude und Engagement durchgeführt. Angehörige konnten in den Prozess eingebunden werden, was auf großes Interesse und positive Resonanz stieß. Einige Teilnehmende empfanden die Gespräche als kurzweilig: „Wie, sind wir schon fertig? Können wir nicht noch ein bisschen weitermachen? Es macht mir gerade viel Spaß mit Ihnen.“
Im Projekt konnten mehrere Delir-Verdachtsfälle erkannt werden. Das hat den fachlichen Austausch im Team gestärkt und wichtige Impulse für Prävention und den Umgang im Pflegealltag gegeben.
 
Unser herzlicher Dank gilt Johanna Seiters und Vincent Molitor für die wertvolle Zusammenarbeit, die spannen- den Einblicke und die wichtigen Erkenntnisse! Sie helfen uns dabei, Delir künftig noch besser zu erkennen und unsere pflegerische Versorgung nachhaltig zu verbessern.
 
Die Ergebnisse des Projekts zeigen, wie groß der Bedarf an strukturierten Ansätzen zur Delir-Erkennung und -Versorgung in Altenpflegeeinrichtungen ist. Das DNQP hat bereits ein Expertengremium zur Entwicklung eines entsprechenden Expertenstandards eingesetzt, dessen Veröffentlichung für 2027 erwartet wird. Wir freuen uns sehr, dass unsere Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt in diesen Prozess einfließen und so zur Weiterentwicklung der pflegerischen Versorgung beitragen werden.