Rettungspaket für die Altenpflege

Am Tag der Pflege fordern Kölner Träger von Pflegeeinrichtungen mit einer gemeinsamen Aktion auf der Schildergasse die Politik zum Handeln auf

 

Auf die kritische Situation in der Altenpflege machten bei einer Kundgebung am Montag in der Schildergasse sechs Träger stationärer Pflegeeinrichtungen und ambulanter Dienste der Diakonie Köln aufmerksam. Inmitten symbolischer „Rettungspakete“ verkündeten sie ihre Forderungen an die Politik. Der Journalist Geert Müller-Gerbes, der selbst mit einer Krebserkrankung lebt, diskutierte auf dem „Blauen Sofa“ der Diakonie Köln mit pflegebedürftigen Menschen, Angehörigen und Pflegekräften.

 

„Ich könnte diese Pflege nicht leisten“, brachte Tatjana Liven die Situation vieler Angehöriger auf den Punkt. Ihre Wohnsituation, Berufstätigkeit und die schweren Erkrankungen ihrer betagten Mutter ließen eine häusliche Pflege nicht zu. Angesichts der steigenden Zahl von Pflegebedürftigen müssten daher verschiedene Pflegeformen – ambulant, teil- und vollstationär – gleichberechtigt unterstützt werden, forderten die Träger.

 

Eine Arbeitsüberlastung von Pflegekräften und pflegenden Angehörigen müsse verhindert werden, ausreichend Personal für den tatsächlichen Zeitbedarf und die Behandlungspflege gewährleistet sein. „Pflege hat mit Respekt zu tun – auch beim Essenanreichen muss Zeit für ein Tischgespräch sein“, formulierte es Barbara Bölling-Müller, die selbst einmal schwer pflegebedürftig war und mittlerweile Pflegekräfte in ihrer Arbeit unterstützt.

 

Eine weitere Forderung war die sofortige Neuregelung des Pflegebedarfs, von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe erst für 2016 geplant. „Die Grenze der Belastbarkeit ist erreicht. Herr Minister, stehen Sie zu Ihren Worten und lassen Sie ihnen Taten folgen“, forderte Georg Hammann von den Johanniter Seniorenhäusern.

 

Um auch zukünftig ausreichend Fachpersonal zu finden, müssten die ausbildenden Fachseminare finanziell unterstützt werden, so die Träger weiter, und Menschen mit persönlicher Eignung verschiedene Ausbildungswege offen stehen. Die Kundgebung beschloss dann auch die Auszubildende Lisa Berg mit den Worten: „Pflege ist mehr als satt, sauber und trocken. Pflege sollte Leidenschaft bleiben“. Um diese zu bewahren, müsse die Politik handeln.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok