Podiumsdiskussion „An die Pflege denken“

Vertreter von sechs Kölner Pflegeeinrichtungen diskutierten mit den Bundestags-KandidatInnen über dringend notwendige Veränderungen für die Pflege

 

Am 3.9.2013, von 10.30–12 Uhr veranstaltet das Clarenbachwerk Köln eine Podiumsdiskussion zum Thema Pflegepolitik. Fünf Kölner Träger von Pflegeeinrichtungen konfrontieren dabei BundestagskandidatInnen aller Parteien mit überfälligen, zentralen Forderungen der Pflegebranche. Der Unmut unter den in der Altenpflege Tätigen wächst: Es reicht – die Politik muss endlich an die Pflege denken! In diesem Sinne haben sich das Clarenbachwerk Köln und vier weitere Kölner Träger von Pflegeeinrichtungen zusammengeschlossen, um die politischen Vertreter zum Handeln aufzufordern. Sechs zentrale Handlungsansätze für bessere Bedingungen in der stationären Pflege haben sie gemeinsam formuliert und diskutieren diese am Dienstag, 3.9. von 10.30 bis 12 Uhr im Clarenbachwerk mit BundestagskandidatInnen aller Parteien.

 

CBWK Pflegediskussion

„Die Altenpflege ist eigentlich ein schöner, vielseitiger und verantwortungsvoller Beruf, in dem Menschen mit viel Engagement und Fürsorge für andere Menschen da sind“, erklärt Geschäftsführerin Doris Röhlich-Spitzer vom Clarenbachwerk. „Unsere Arbeit wird aber immer wieder erschwert durch strukturelle Schwierigkeiten und mangelnde Wertschätzung – zu Lasten der Pflegekräfte, aber auch der Pflegebedürftigen.“

 

Die öffentliche Wahrnehmung entspräche oft nicht der gesellschaftlichen Bedeutung des Berufs, die auch angesichts des demografischen Wandels zunimmt. Gerade häuften sich wieder Berichte mit Schlagzeilen à la „Pflege ist wie Folter!“, die stationäre Einrichtungen mit Begriffen wie Nötigung, Gewalt, Abzocke und Freiheitsentzug in Zusammenhang bringen und Einzelfälle als repräsentativ für den Allgemeinzustand erscheinen lassen. „Von – vereinzelten – schwarzen Schafen in der Branche distanzieren wir uns natürlich. Die Problemlage ist aber eine andere: Defizite in der Pflege sind nicht auf Unmenschlichkeit zurückzuführen, sondern auf strukturelle Probleme, die nur politisch und durch entsprechende Finanzierung gelöst werden können“, so Röhlich-Spitzer.

 

Daher haben sich das Clarenbachwerk Köln, Clarenbachstift und Benderstift, Johanniter Seniorenhäuser, Diakonie Michaelshoven und Altenpflege Brück-Merheim e. V./Matthias-Claudius-Heim der gleichnamigen Kampagne „An die Pflege denken“ der Diakonie Deutschland und des Deutschen Evangelischen Verbandes für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) angeschlossen. Bundesweit wurden bereits in vielen Aktionen pflegepolitische Forderungen an die Politik gerichtet – im Sinne der 2,32 Millionen Pflegebedürftigen, der 1,2 Millionen pflegenden Angehörigen und der 890.000 Pflegekräfte in Deutschland.

 

Die Diskussion und Umsetzung dieser Forderungen sind längst überfällig, denn es geht um nicht weniger als die Zukunft einer ganzen Branche und der davon abhängigen Menschen. Um Fachkräfte, die dringend gebraucht werden. Um Pflegekräfte, die sich oft über ihre Leistungsgrenze hinaus engagieren und keine Kraft mehr haben, sich politisch zu organisieren. Aber auch um die schwächsten Mitglieder der Gesellschaft – den Alten und Kranken, die kaum eine Lobby besitzen.

Es geht um elementare Fragen: „Wie möchte ich selbst, wie sollen meine Angehörigen gepflegt werden? Was ist uns eine zugewandte, respektvolle, individuelle Pflege wert, die im Bedarfsfall rund um die Uhr geleistet werden muss – einschließlich einer würdevollen Sterbebegleitung?“, so Doris Röhlich-Spitzer. „Gute Pflege hat ihren Preis. Wir fordern eine aufrichtige, öffentliche Debatte dieser Fragen, in der Gesellschaft und in den politischen Gremien.“

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