Aktionstag 2018 für eine gute Pflegeausbildung

CBWK Tagung Pflege 2018bNeue Pflegekräfte braucht das Land: Zum internationalen Tag der Pflege 2018 stellten Kölner Träger, unter anderem das Clarenbachwerk, am 15. Mai 2018 in der Erzengel-Michael-Kirche/Diakonie Michaelshoven gemeinsam Konzepte für eine gute Pflegeausbildung vor.

 

Seit Monaten ist der Pflegenotstand eines der vieldiskutierten Themen in Deutschland. Immer wieder neue Ideen werden angeführt: von ausländischen Fachkräften über Pflegeroboter bis zu 8000 neuen Stellen per Sofortmaßnahme – die von den meisten doch nur als Tropfen auf den heißen Stein betrachtet werden. Die Aufgabe, mehr Menschen für den Pflege-Beruf oder zunächst für eine Ausbildung zu gewinnen und zu qualifizieren, bleibt eine große Herausforderung. 

 

Wie es gehen kann, stellten sieben diakonische Kölner Träger von Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten daher am 15. Mai 2018 auf dem Gelände der Diakonie Michaelshoven in der Veranstaltung „Neue Konzepte für eine gute Pflegeausbildung“ vor.

 

Wie sie nicht nur mehr Quantität, sondern auch mehr Qualität in der Ausbildung schaffen und damit den Beruf aufwerten wollen, diskutierten diejenigen, die es betrifft: Leitungskräfte, Lehrkräfte, Auszubildende und Menschen, die diese im Pflegealltag anleiten. Neue Ansätze in der Alten- und Krankenpflege wurden vorgestellt und Maßnahmen, wie zusätzliche Auszubildende gewonnen werden. Wie diese gut in den Pflegealltag einbezogen werden können und wie die künftige Zusammenlegung von Kinder-, Kranken- und Altenpflegeausbildung aussehen kann. 

 

Beispielhaft gezeigt wurde das an dem Modellprojekt ZASA in Aachen/Heinsberg, das Schule für ganz NRW machen soll. Das Grußwort zur Veranstaltung kam von Gerhard Herrmann, Abteilungsleiter „Pflege, Alter, demografische Entwicklung“ im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Parallel zu der Podiumsdiskussion und Kurzvorträgen in der Erzengel-Michael-Kirche gaben die Träger Einblicke in ihre Arbeit. So zeigte die Altenpflegeschule des Clarenbachwerks Projekte der Auszubildenden zur Pflege der Zukunft. Die Johanniter Seniorenhäuser stellten ihre bundesweite neue Personalkampagne „besser-für-alle“ vor. 

 

Dieses Motto ist wörtlich zu verstehen und galt letztlich für die ganze Veranstaltung: Denn von gut qualifiziertem, nicht überlastetem Pflegepersonal profitieren neben den Kollegen in erster Linie die betreuten Menschen und ihre Angehörigen. Angesichts des demografischen Wandels kann man auch sagen: Wir alle.

 

Der Veranstalter: Die evangelische Trägerkonferenz zu Köln

Sieben Kölner Träger – Diakonie Köln und Region, Diakonie Michaelshoven, Johanniter Seniorenhäuser, Clarenbachwerk, Clara-Elisen-Stift, Clarenbach-/Benderstift sowie das Mathias-Claudius-Heim – haben im Mai 2017 die evangelische Trägerkonferenz zu Köln gegründet. Als solche tauschen sie sich regelmäßig aus, etwa zu Gesetzesänderungen, gemeinsamen Themen und Fachgebieten, etwa Personalentwicklung. Fachliche, gesellschaftliche und politische Präsenz werden in gemeinsamen Veranstaltungen gebündelt.

 

Das Projekt ZASA

Das Projekt ZASA (Zukunftsfähige Ausbildungsstrukturen in der Altenpflege) wird im Rahmen der Fachkräfteinitiative des Landes NRW gefördert und von der MA&T Sell & Partner GmbH initiiert, einem Forschungs-, Qualifizierungs- und Beratungsinstitut in Würselen. Es will die Personal- und Ausbildungs-/Anleitungssituation in der Altenpflege stärken, modellhaft in der Region Aachen/Heinsberg. Dazu wird in einer Auswahl an Partnereinrichtungen die Zusammenarbeit zwischen Ausbildungsbetrieb und Altenpflegeschule optimiert, die Arbeitsgestaltung der Praxisanleitenden und Lehrkräfte unterstützt. Dazu kommen eine bessere regionale und zwischenbetriebliche Mobilität der ausgebildeten Pflegefachkräfte und praxistaugliche Vorarbeiten für die generalistische Pflegeausbildung. Die Projektergebnisse sollen so aufbereitet werden, dass sie in der gesamten Pflegebranche in NRW nutzbar sein können.

 

 

Programm der Veranstaltung „Neue Konzepte für eine gute Pflegeausbildung“

 

09:30 h: Ankommen/Begrüßungssnack

10:00 h: Einführung Dr. Paul Fuchs-Frohnhofen (MA&T), Peter Jaspert (Diakonie Michaelshoven)

10:15 h: Grußwort Gerhard Herrmann, Leiter der Abteilung „Pflege, Alter, demographische Entwicklung“ im nordrhein-westfälischen Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales

10:45 h: Podiumsdiskussion „Aktuelle Themen in der (Alten-) Pflegeausbildung“ mit Pflegelehrkräften, Auszubildenden, Praxisanleitenden, Leitungskräften

11:45 h: Vorträge: Wie ein Neustart gelingt, um zusätzliche Auszubildende zu gewinnen und Ausbildung neu zu strukturieren – Elisabeth Schomacher, Haus Hörn, Aachen

12:00–13:00 h: Mittagspause

13:00 h: Wie Praxisanleiter/innen gut aus- und weitergebildet werden – Stefan W. Knor, Leiter Franziskus Akademie, Franziskusheim gGmbH, Geilenkirchen

13:20 h: Wie Praxisanleitende und Ausbildungskoordinierende ihre Rollen im Ausbildungsalltag gut ausfüllen können – Bernd Bogert, Geschäftsführer, St. Gereon Seniorendienste, Brachelen

13:45 h: Wie Schule und Praxis gemeinsam positive Lernprozesse ermöglichen – Klaus Strimmer (M.A.), Schulleitung Fachseminar für Altenpflege, Clarenbachwerk Köln

14:10–14:40 h: Kaffeepause

14:40 h: Das Instrument Lernpass: praktische Ausbildung gut strukturieren – Marcel Ballas, Geschäftsführer Lambertus gGmbH, Hückelhoven

14:55 h: Die generalistische Pflegeausbildung – was kommt auf uns zu? Jochen Vennekate, CBG Aachen

15:30 h: Schlusswort – Georg Hammann, Johanniter Seniorenhäuser GmbH, Evangelische Trägerkonferenz Köln

16:00 h: Ende

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