Edelweißpiratenfestival

Edelweisspiraten
Edelweißpiratenfestival mit Singkreis Frida Kahlo Haus
Am Sonntag, den 7.7.2019, folgte der Singkreis vom Frida Kahlo Haus einer Einladung zu dem mittlerweile renommierten Musikfestival im Friedenspark in der Kölner Südstadt. Auf einer der insgesamt fünf Bühnen versammelte sich hier unser Singkreis, um Einblick in sein musikalisches Repertoire zu geben. Der Singkreis befand sich bei dieser Veranstaltung in allerbester musikalischer Gesellschaft: Klaus der Geiger war vertreten, Harald Sack Ziegler und Slightly Rude ebenfalls, um nur einige zu nennen.
Entsprechend aufmerksam und gespannt blickte man der Darbietung entgegen. Der künstlerische Leiter der Frida Kahlo Band ist seit vielen Jahren Georg Roloff, der unter seiner engagierten und feinsinnigen Leitung über Monate hinweg ein Programm für dieses außerordentliche Event einstudierte. Als willige und einsatzfreudige „Assistenten“ sind hier Andreas Feser und Christoph Becker zu nennen. Viele Jahre sind sie nun schon dabei, und ihre Bühnenpräsenz und das rhythmische Feeling unterstrichen ihr Engagement. Die Lieder der Edelweißpiraten waren Inhalt der Aufführung: „Wir saßen in Johnny‘s Spelunke“, „Jenseits des Tales standen ihre Zelte“, „Es steht an der Grenze die Edelweißschar“, um nur ein paar der mitreißenden Lieder zu nennen. Die Musiker des Singkreises sangen, „performten“ und erschufen mit sichtbarer Begeisterung und den dazu nötigen Perkussionsinstrumenten eine eindrucksvolle Musikkulisse, die das Publikum in den Bann zog und gleichwohl animierte mitzusingen.
Zwischen den Musikstücken begrüßte der Festivalleiter und Vorstand des Edelweißpiratenclubs, Jan Krauthäuser, das Publikum und informierte über die geschichtlichen Bezüge. Das jährlich stattfindende Festival soll „an die unangepasste Jugend in der deutschen Geschichte bis in die Gegenwart hinein erinnern“. Den Hintergrund dazu bilden die sogenannten „Edelweißpiraten“. So wurden die Gruppen deutscher Jugendlicher genannt, die in den Jahren 1939 bis 1945 durch ihr oppositionelles und wagemutiges Verhalten unter Lebensgefahr dem nationalsozialistischen Regime Widerstand boten. Köln kann als Zentrum der Edelweißgruppen gelten; über 3000 Namen wurden in den Gestapo-Akten aufgeführt.
An diese Widerstandsbewegung während der Hitlerdiktatur sollte dieses Konzert mit über 24 Musikgruppen erinnern, befand auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker, die in ihrer Begrüßungsrede noch einmal die Bedeutung und Wichtigkeit dieser Jugendbewegung hervorhob. Parallel zum Festival wurde eine Wanderausstellung des NS-Dokumentationszentrums vorgestellt. Diese beschäftigt sich mit der Jugend im Nationalsozialismus zwischen Indoktrination und Widerstand. „Es ist schön zu sehen, dass gerade auf so einem Festival neben so vielen Programmpunkten auch diese Ausstellung großen Anklang findet“, so Dr. Werner Jung, Direktor des NS-Dokumentationszentrums Köln.
Neben dieser Ausstellung war ein Zeitzeugen-Café organisiert worden. Sabine Eichler, die Leiterin des Cafés, erinnerte hier an Gertrud Koch, die letzte Edelweißpiratin. Sie verstarb vor einigen Jahren. Auf ihren  Wunsch hin wurde das Edelweißpiratenfestival im Jahre 2005 erstmalig veranstaltet. Seitdem findet es jährlich statt und soll an das mutige Eintreten der Edelweißpiraten im Widerstand gegen das NS-Regimes erinnern. „Gerade jetzt, wo die Gesellschaft so aufgewühlt ist und es so schwierige Fragen zu bewältigen gilt, ist politisches Engagement wichtig“, so Henriette Reker in ihrem Plädoyer zu Mut und Zivilcourage.
Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, ein schönes Fest und ein beeindruckender Auftritt des Singkreises des Frida Kahlo Haus!
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