„Haus Deckstein“ nach Umbau neu eröffnet!


CBWK Haus Deckstein Vorstand GL EroeffnungNach einer rund zwei Jahre andauernden Modernisierung und Erweiterung bietet das ehemalige Altenzentrum Deckstein 80 stationäre Pflegeplätze in Wohngruppen an. Ein neuer Tagespflegebereich entlastet pflegende Angehörige und bereichert das Angebot im Quartier. 

 

Endlich ist es so weit: Nach zweijähriger Bauphase wurde am 10. April das „Haus Deckstein“ in Lindenthal eröffnet. Die Einrichtung ist aus dem Altenzentrum Deckstein hervorgegangen und wurde als erstes Bauprojekt des Clarenbachwerks fertig gestellt.  Mit dem Festakt und einem Einweihungsfest mit Bewohnern und Angehörigen dauerten die Feierlichkeiten bis in den Abend an. Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, Bezirksbürgermeisterin Helga-Blömer-Frerker und weitere Gäste würdigten den erfolgreichen Umbau und das neue Gebäude.

 

CBWK Haus Deckstein BuergermeisterinnenAuf 5000 qm und vier Etagen (vorher 3200 qm/drei Etagen) bietet das Haus Deckstein nun 80 stationäre Pflegeplätze, ergänzt um einen neuen Tagespflege-Bereich. Mit 1300 qm wurde das Gebäude um ein Geschoss aufgestockt, ein neuer Eingangsbereich und großzügige Räumlichkeiten nach neuesten Standards entstanden. „Besonders gelungen ist der neue Eingang, der nun der Sonne zugewandt ist, und der schon zu einem neuen Treffpunkt für Alt und Jung geworden ist“, berichtete Architekt Christoph Augustin. „Die Lage zwischen Kirche und Kita, mit offenem Visier zum Veedel ist unvergleichlich.“

 

Wie umfassend die Vorarbeiten waren, berichteten Geschäftsführer Hans-Peter Nebelin und Vorstandsvorsitzender Ernst Fey: Um neuen gesetzlichen Vorgaben zu Barrierefreiheit, Brandschutz und energetischer Sanierung zu entsprechen und für mehr Wohnqualität und Wirtschaftlichkeit zu sorgen, investierte der Träger nahezu 50 Millionen Euro in seine Standorte im Kölner Westen. Seit 2011 lief die Planung, derzeit wird das vierte und letzte Bauprojekt in Müngersdorf gestartet.

 

„Das Clarenbachwerk hat mit dem Umbau die gesetzlichen Anforderungen mit Bravour erfüllt“, lobte Bezirksbürgermeisterin Helga Blömer-Frerker. Andere Anbieter müssten schließen, weil sie die Quote von 80% Einzel- und 20% Doppelzimmern nicht erfüllen konnten. Aus eigener Erfahrung mit ihrer pflegebedürftigen Mutter, die selbst ihr geliebtes Zuhause aufgeben musste, wisse sie außerdem, wie wichtig es sei, dass es „in einer Pflegeeinrichtung bitte so schön sein soll wie zu Hause“. Architektur könne einen wesentlichen Teil dazu beitragen.

 

CBWK Haus Deckstein SchluesseluebergabeDoch dafür mussten im Haus Deckstein erst einmal zwei Jahre Bauarbeiten bewältigt werden, die in schnellem Tempo voranschritten: Im Februar 2016 fand der Spatenstich statt, im Mai mit dem Rohbau des neuen Gebäudes das Richtfest. Zum Jahreswechsel 16/17 wurde das neu aufgesetzte Geschoss bezogen. Ein Jahr später öffnete die neue Tagespflege, mit der Gartengestaltung im Frühjahr 2018 war der Umbau abgeschlossen.

 

Mit diesem Zeitplan und genau ausgeklügelten Bauschritten wollte das Clarenbachwerk einen belastenden Umzug für seine Bewohnerinnen und Bewohner vermeiden. Der Umbau bei laufendem Betrieb verlangte aber auch viel Verständnis, Unterstützung und manchmal Humor von allen Beteiligten. Die Belastung, etwa durch Baulärm, schien allerdings nur die eine Seite zu sein – die andere bestand in einem gewissen Unterhaltungswert. „Schließlich passierte immer etwas, man konnte die Arbeitsfortschritte beobachten und sah durch die Bauarbeiter neue Gesichter im Haus“, erinnert sich Einrichtungsleiter Heinz Holbein.

 

Für viele der älteren Menschen war die Baustelle offenbar eine vergleichsweise kleine Herausforderung – hatten sie in ihrem Leben doch schwierigere Phasen erlebt. Die Abläufe bestmöglich zu arrangieren, darum ging es schließlich für Einrichtungsleiter Holbein, seine Mitarbeitenden und das erfahrene Bau-Team Kamü, das alle Arbeiten mit großer Sorgfalt organisierte. „Die tägliche Pflege inmitten von Schutt und Staub aufrechtzuerhalten, bedeutete schon eine große Herausforderung“, erzählte Architekt Augustin. „Es war wie eine Operation am offenen Herzen. Aber wie bei einer OP auch: Wenn sie gelingt, wird hinterher alles besser und schöner.“

 

Wie schön, davon konnten sich die Gäste bei der Eröffnungsfeier überzeugen: Freundliche Töne bestimmen die neue Einrichtung mit Polstermöbeln, Esstischen und Fußböden in Holzoptik. Neben großen Fensterfronten sind die Räume optimal ausgeleuchtet. Die Möbel der großzügigen, barrierefreien Einzelzimmer sind individuell geschreinert, hochwertig und modern. Pflegedienstleiterin Ludmilla Fassbender erzählt: „Manche Bewohner haben sich beim Umzug in ihr neues Zimmer von alten Sachen getrennt, weil ihnen die neuen Möbel so gut gefielen.“ Die speziell ausgestatteten Pflegebäder sind barrierefrei, einige rollstuhlgerecht. Davon sind auch die Pflegekräfte angetan: Waren die alten Bäder schmal und schlecht begehbar, sobald ein Bewohner im Rollstuhl vor dem Waschbecken saß, können sie sich in den großzügigen Bädern nun frei bewegen.

 

CBWK Haus Deckstein Tagespflege 02Die neuen Räumlichkeiten sind durch Wohngruppen geprägt: Auf jeder Etage findet sich nun neben Räumen für Freizeitaktivitäten, Entspannung oder Feiern ein großer Gemeinschaftsbereich mit einer offenen, modernen Wohnküche. „Es ist schön zu sehen, wie die ganze Mühe und Arbeit Früchte trägt“, berichtet Geschäftsführerin Doris Röhlich-Spitzer. Durch die gut ausgestatteten Wohnküchen auf den Etagen, in denen selbst gekocht und gebacken werden kann, sei mehr Individualität möglich. „Die Bewohner können nun entscheiden, ob sie in ihrer Wohngruppe speisen oder im Restaurant im Erdgeschoss. Das entschleunigt den Alltag und entlastet die Pflegekräfte.“

Das bestätigt auch Pflegedienstleiterin Fassbender: „Die neuen Gemeinschaftsräume sind wunderbar angekommen, viele halten sich gerne dort auf.

  

Körperlich eingeschränkte Bewohner sind zufrieden, dass sie nun keine weiten Wege mehr haben.“ Ansonsten nutzen sie den barrierefreien Aufzug mit Bedienfeld für Rollstuhlfahrer und akustischer Ansage. Wie durchdacht Bau und Ausstattung hinsichtlich Barrierefreiheit und Orientierung sind, zeigt sich in vielen Details: Alle Bereiche sind barrierefrei zugänglich. Jedes Stockwerk weist ein Farb-Leitsystem auf, das sich in Wandelementen, Möbeln und Sitzkissen widerspiegelt. Farblich abgesetzte Lichtschalter helfen bei der Orientierung. Alle Fenster besitzen ein Unterlicht und tief angebrachte Griffe, damit sie für Rollstuhlfahrer gut nutzbar sind. 

 

Rundgänge und Ruheinseln kommen Bewegungsdrang und Erholung gleichermaßen entgegen, besonders bei Demenzerkrankten. Alle Wohnbereiche verfügen über barrierefreie, große Balkone oder eine Dachterrasse. Auch die weitläufige Gartenanlage wird gemeinschaftlich genutzt. „Es ist wichtig, dass die Bewohnerinnen und Bewohner hier eine anregende Umgebung haben“, erklärte Elfi Scho-Antwerpes in ihrer Rede. Über die Fitnessgeräte gebe es im Außenbereich Möglichkeiten, sich zu bewegen, der Kräutergarten rege die Sinne an. „Und durch die sozialen Kontakte leben manche Menschen regelrecht auf, wenn sie in die Einrichtung umziehen.“

 

Für pflegebedürftige Menschen, die noch zu Hause wohnen, ergänzt der neue Tagespflege-Bereich im Haus Deckstein das Angebot im Stadtviertel. Hier übernimmt ein erfahrenes Team von speziell ausgebildeten Mitarbeitenden tagsüber die Pflege, Betreuung und Aktivierung von Tagesgästen, jeweils montags bis freitags von 8:00 bis 16:30 Uhr. Auf Wunsch ist ein Fahrdienst zum Abholen und Bringen möglich. „Damit wollen wir die Familien nach einer durch die Pflegebedürftigkeit womöglich schwierigen Zeit entlasten“, erklärt Lyn Buchardt, Leiterin der Tagespflege. „Die zugewandte Atmosphäre hier gibt den Angehörigen Sicherheit im Alltag, weil sie ihre Lieben gut betreut wissen.“

 

CBWK Haus Deckstein Tagespflege 01Täglich werden Aktivitäten angeboten, wie gemeinsames Kochen und Backen, Singen oder Spielerunden, aber auch Spaziergänge und musik- oder kunsttherapeutische Angebote. Mitarbeiterin Silvia Langen: „Mit den einen kann man noch gärtnern oder ein Spiel spielen, mit anderen über Politik reden. Damit möchten wir unterstützen, dass die häusliche Umgebung so lange wie möglich aufrecht erhalten werden kann.“ Und: „Auch Menschen mit Demenz können wir etwa mit Gedächtnistraining gut fördern“, ergänzt Altenpflegerin Sompong Krings.

 

„Mit dieser neuen Betreuungsform ermöglichen wir noch mehr Familien, ihre Angehörigen wohnortnah bei sich zu haben“, erklärt Geschäftsführerin Doris Röhlich-Spitzer. So wolle das Clarenbachwerk den Pflegedruck vor Ort lindern und die Lücke zwischen dem Quartier und der stationären Pflegeeinrichtung schließen. Entsprechend beschloss auch Bezirksbürgermeisterin Blömer-Frerker ihre Rede: „Für die Bürgerinnen und Bürger in Lindenthal ist es eine Beruhigung, dass wir mit dem neuen Haus Deckstein so etwas Schönes hier im Viertel haben.“ 

 

 

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