Zwei "Urgesteine" in den Ruhestand gegangen

Zum Ende des Jahres sind zwei wirkliche „Urgesteine“ des Clarenbachwerk Köln in Rente gegangen: Doris Stahlberg, die über 30 Jahre in der Finanzbuchhaltung gearbeitet hat, und Wolfgang Klimecki, der über 40 Jahre in der Stahlber KlimeckiPersonalabteilung tätig war. Mit beiden habe ich mich über ihre vielen Jahren im Clarenbachwerk unterhalten.
Zunächst erkundigte ich mich über ihre erste Begegnung mit dem Clarenbachwerk. Beide wohnten zu der Zeit in Worringen. „Die Ecke rum“, im dortigen Fronhof, der zeitweise zum Clarenbachwerk gehörte, befand sich seinerzeit noch die Verwaltung des Werks. Vermutlich deshalb wurde Frau Stahlberg 1986 gewahr, dass für die Finanzbuchhaltung noch eine Kraft gesucht wurde. Frau Stahlberg erzählt, dass sie sich im Fronhof immer sehr wohl gefühlt hätte, die gesamte FiBu wäre anfänglich gar nicht gerne nach Müngersdorf umgezogen – obwohl dort mehr und größere Büros gewartet haben.
Wichtiger als die Räume erschien Frau Stahlberg aber, dass sie sowohl ihre Arbeit sehr geschätzt hat als auch das Arbeitsklima. „Die Buchhaltung hat mir immer Spaß gemacht!“ Das höre sich zwar komisch an, denke man bei Buchhaltung ja eher an staubtrockene Arbeit, aber ihre Tätigkeit im Clarenbachwerk umfasste umfangreiche und vor allem vielfältige Aufgaben, „nicht so stur wie sonst schon mal in Buchhaltungen!“ Das zweite, was Frau Stahlberg eng ans Clarenbachwerk gebunden hat, war das sehr gute Miteinander. Trotz der Größe habe sich das Clarenbachwerk etwas Familiäres erhalten. Dazu trügen auch die gemeinsamen Feste und Feierlichkeiten bei.
Herr Klimecki wurde gut zehn Jahre früher, 1975, fast gegen seinen Willen binnen eines halbstündigen Gesprächs eingestellt. Eigentlich hatte er noch vor, zu seiner Ausbildung zum staatl. geprüften Betriebswirt noch eine weiter folgen zu lassen, aber das Arbeitsamt schickte ihn zum Clarenbachwerk, mit dem Vermerk „dringend, eilig!“ Und das war es dann auch. Frau Dorfeld, die damalige Personalleiterin sagte nach kurzem Gespräch: „Da der Stuhl ist leer, da können Sie sich hinsetzen.“ Das war an einem Montag, zwei Tage später ging seine Tätigkeit bereits los. Auch Herr Klimecki schätzte die Arbeit im Werk sehr, vor allem auch, dass er sich vieles selbst beibringen konnte und musste. Frau Dorfeld hatte noch in der ersten Woche zu ihm gesagt: „Wenn Sie eine Frage haben, mir brauchen Sie die nicht zu stellen, ich bin auch neu hier!“ Jedenfalls schätzte Wolfgang Klimecki es sehr, sich immer selbst in gestellte Anforderungen einarbeiten zu können und zu schauen, ob man den Problemen gewachsen ist.
Dabei entdeckte er übrigens eine Leidenschaft, die EDV. Mehr oder weniger im Eigenstudium hat er sich mit dem aufkommenden PC beschäftigt und die Technik auch direkt im Clarenbachwerk genutzt. Angefangen hat es für ihn mit einem programmierbaren Taschenrechner. Auch Frau Stahlberg erwähnt einige Schritte auf dem immer rasanteren Weg der Digitalisierung. Einige Geräte kenne ich selbst, viele andere sind bereits museal und die beiden erwähnen, dass gerade in ihren Berufen der Computer von Beginn an begrüßt wurde.
Herr Klimecki ging sogar noch einen Schritt weiter, er hat bekanntlich eine Vielzahl von Anwendungen programmiert, unter anderem eine Verwaltungssoftware für die Aushilfskräften, später Programme zur Auswertung der Stempelkarten, ein sehr umfangreiches Dienstplanprogramm, ein Kassenprogramm und eine Programm für die Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden im Clarenbachwerk. Diese Leidenschaft für das Programmieren ist dem Clarenbachwerk sehr zu Gute gekommen.
Nicht nur hat die EDV alles geändert, sondern natürlich haben sich auf Vorgesetzte geändert. Frau Stahlberg erwähnt, dass auch das für sie dazu gehört hat, sie habe immer faire und angenehme „Chefs“ gehabt. Ihr erste Vorgesetzter, Wolfgang Voigt, hat sich sehr für die Finanzbuchhaltung eingesetzt und hat für eine gute Arbeitsatmosphäre gesorgt. Frau Ehren, eine ganz andere Chefin, schätzt sie ebenfalls sehr. Dieses Lob soll unbedingt noch erwähnt werden, so Frau Stahlberg. Abschließend erkundige ich mich noch nach ihren Erwartungen für ihren neuen Lebensabschnitt. Beide gehen, da sie sehr gerne gearbeitet haben, mit gemischten Gefühlen in die Rente. „Man muss lernen, loszulassen,“ so Wolfgang Klimecki. Und sich auch etwas neues vornehmen: Doris Stahlberg will auf alle Fälle Italienisch lernen und auch ihre sportlichen Aktivitäten, die immer etwas zu kurz gekommen sind, ein wenig forcieren. Auf alle Fälle ist es Einschnitt und beide betonen, dass man sich erst mal darauf einlassen muss und schauen muss, wie man sein Leben eben auch neu ausrichtet. Schließlich betonen die beiden unisono und lachend, dass die sehr angespannte Parkplatzsituation den Abschied erleichtert.
Die Clarenbacher jedenfalls wünschen Doris Stahlberg und Wolfgang Klimecki alles Gute und hoffen, dass man sich nicht ganz aus den Augen verliert.

 

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok