PflegekammerDas Thema Pflegekammer nimmt langsam aber sicher Schwung auf. Im Januar dieses Jahres hat sich im Bundesland Rheinland-Pfalz die erste Landespflegekammer Deutschlands konsolidiert und ihre Arbeit aufgenommen. In den Bundesländern Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein laufen die Vorarbeiten für die Etablierung einer Pflegekammer auf Hochtouren. Erneut nachgedacht wird über die Schaffung einer Kammer für die Pflege in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und im Saarland. Bayern geht beim Thema Pflegekammer einen eigenen Weg. Im dortigen Kabinett wurde eine Interessensgemeinschaft in Form einer „Vereinigung der bayerischen Pflege“ beschlossen. Nur wenige Bundesländer befinden sich in einer abwartenden bzw. ablehnenden Haltung gegenüber der Schaffung eines autonomen Verwaltungsorgans für die Pflege.
Als größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen wird die Pflege in ihren Berufsbelangen durch fremde Organe verwaltet.  Für die Altenpflege ist dies die jeweilige Bezirksregierung und für die Gesundheits- und Krankenpflege sind es die entsprechenden Gesundheitsämter. Hierbei herrscht eine regelrechte „Zersplitterung“ der Zuständigkeiten, sodass relevante Daten wie z.B. aussagekräftige Zahlen über die in der Pflege Tätigen nur in Schätzungen vorliegen. Durch die Selbstverwaltung einer Pflegekammer können valide Daten gesammelt werden, um berufsbezogene Belange der Pflegekräfte zu bündeln und zu kanalisieren. Die Kammer setzt sich für die Interessen des Berufstandes Pflege ein und nimmt hierbei aber auch ihre Mitglieder in die Regel und Pflicht. Weiter dient die Pflegekammer der Forcierung der Qualität bei der Versorgung von Pflegebedürftigen, die Schaffung eines Berufscodexes sowie der Unterstützung von Pflegenden in der Fort- und Weiterbildung.
Bei der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz (www.100prozent-pflegekammer.de) sind aktuell 37.000 Pflegekräfte registriert. Circa 3.000 Kräfte befinden sich zurzeit noch im Akquirierungsverfahren. Für Turbulenzen sorgt aktuell eine mögliche Klage von Pflegkräften gegen eine „Zwangsmitgliedschaft“ beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Hier soll geprüft werden, ob eine Pflichtmitgliedschaft mit den verbundenen Kosten verfassungswidrig ist. Die Mitgliedsbeiträge der Pflegekammer sind je nach Bruttoeinkommen gestaffelt. Im Mittel beträgt der Basisbeitrag ca. 10,- € im Monat. Die Arbeit der ersten Pflegekammer Deutschlands kann durch freiwillige Mitglieder, auch aus anderen Bundesländern, unterstützt werden.