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Aus Anlass des 75. Todestages von Pfarrer Paul Schneider am 18. Juli 2014 gedachte auch das Paul Schneider Haus des Clarenbachwerks Köln seinem Namenspatron mit einer Feierstunde.
Pastorin Elsa-Ulrike Ross, die Vorsitzende der „Pfarrer-Paul-Schneider-Gesellschaft“ e.V. hielt am 16. Oktober im Paul Schneider Haus einen Vortrag über das Wirken Paul Schneiders bis zu seiner Ermordung durch die Nazi im Juli 1939. In ihrem lebendigen Vortrag schilderte Frau Ross zunächst, dass Paul Schneider eigentlich ein ganz dem Pfarrdienst und der eigenen Familie gewidmetes Leben führen wollte und führte. Er folgte dabei seinem Vater nach, der auch schon evangelischer Pfarrer war. Als der Vater im Januar 1926 starb, wurde Sohn Paul zum Pfarrer der Kirchengemeinden Hochelheim und Dornholzhausen gewählt.
Frau Pastorin Ross erzählte diese noch unbeschwerte Phase im Leben Paul Schneiders nach, dazu gehörte auch unbedingt die Ehe mit Margarete, geborene Dieterich. Aus dieser glücklichen Ehe gingen sechs Kinder hervor. Dass der diakonische Dienst für Paul Schneider unbedingt zur Kirche dazu gehörte, zeigte sich an der Gründung der Frauenhilfe, dem Aufbau einer Jugendarbeit und dem sozialen Engagement für Obdachlose.
Paul SchneiderNach der Machtübernahme Hitlers erkannte Paul Schneider bald, dass die evangelische Kirche um eine Auseinandersetzung mit dem Naziregime nicht herumkommen würde. Bereits im September 1933 gab es die ersten Zusammenstöße mit der NSDAP, so dass eine Versetzung immer unausweichlicher wurde. Ab Mai 1934 übernahm Paul Schneider im Hunsrück die Gemeinden Dickenschied und Womrath. Auch dort lehnte sich Paul Schneider gegen den Machtanspruch der Nazis auf, im Anschluss an Beerdigung eines Hitlerjungen wurde Paul Schneider zum ersten Mal inhaftiert, 1937 wurde er erneut verhaftet und wurde in das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar gebracht. Ab 1938 sitzt er dort sogar in Einzelhaft. Doch auch dort predigt er aus dem Zellenfenster, spricht Mitgefangenen Mut zu, klagt die „SS“ an und tritt für jüdische Mithäftlinge ein.
Folterungen und grausamste Quälerei, Essens- und Schlafentzug hinderten Paul Schneider nicht daran, soweit es möglich war, als Seelsorger und Verkünder des Wort Gottes zu sein. Durch ein Überdosis Stophanthin wurde er am 18. Juli 1939 zum Schweigen gebracht.
Im Anschluss an den Vortrag war noch Gelegenheit, sich das Leben Paul Schneiders an einer Vielzahl von Tafeln in Erinnerung zu rufen. Selbstverständlich kamen die Besucherinnen und Besucher des Vortrags noch miteinander ins Gespräch. Die Ausstellung zu Leben und Werk können auch weiterhin im Paul Schneider Haus besucht werden.