WeihnachtenDamit ihre Bewohner etwas Besonderes erleben und mal wieder Gastgeber sein können, verwandelt sich das Clarenbachwerk alljährlich in ein Weihnachtsrestaurant
Braunsfeld/Müngersdorf - Essen und Trinken hält nicht nur Leib und Seele zusammen. Besonders an Weihnachten bedeutet es für die meisten Menschen viel mehr: festlicher Höhepunkt, Sinnesfreuden, geselliges Beisammensein. Wie das aber umsetzen, wenn man seine Lieben zu einem besonderen Mahl einladen möchte, aber im Pflegeheim lebt? Wenn man die Rezepte noch im Kopf hat, die Hände aber nicht mehr mitmachen? Wenn man gerne einmal wieder im Restaurant speisen würde, allein aber keinen Schritt mehr vor die Tür tun kann?
Aus dieser Not vieler pflegebedürftiger Menschen macht das Clarenbachwerk, ein Kölner Träger der Alten- und Behindertenhilfe, in der Weihnachtszeit eine Tugend: Der Veranstaltungssaal wird in allen sechs Pflegeeinrichtungen kurzerhand zum Restaurant umfunktioniert. Bewohnerinnen und Bewohner dürfen zum klassischen Weihnachtsessen jeweils zwei Gäste mitbringen. Mit schriftlicher Einladung, Servicekräften in Livrée, Menü- und Weinkarte, einer Pianistin.
Das wird gut angenommen: „In den letzten Jahren haben wir uns immer weiter professionalisiert“, erzählt Brigitte Hemken, Einrichtungsleiterin des Paul Schneider Hauses in Braunsfeld. „weil wir den Bewohnern und ihren Angehörigen etwas Besonderes bieten möchten. Der Wein ist optimal temperiert, das Fleisch ist toll, so dass viele Familien jedes andere Gänseessen dafür stehen lassen.“Weihnachten 1
Damit sich alle wohl fühlen, wird lange über der Tischordnung gebrütet. Wer kennt wen, hat schon freundschaftlichen Kontakt? Welcher Bewohner benötigt Unterstützung beim Essen? Möchten das die Angehörigen übernehmen, oder wünschen sie eine Hilfskraft? Wer isst seinen Rotkohl und Gänsebraten pürriert? Alleinstehende werden an diesem Abend extra von einer persönlichen Pflegekraft begleitet.
„Es geht uns bei der Pflege und Betreuung unserer Bewohner immer um das Maximum an Selbstbestimmtheit“, erklärt Doris Röhlich-Spitzer, Geschäftsführerin des Clarenbachwerks. „Die Möglichkeit, mal wieder Gastgeber ‚im eigenen Haus‘ zu sein, gehört definitiv dazu.“